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„Wir wollen zeigen, dass wir feiern können“

 

Die „Sudwohler Deerns und Jungs“ haben alles im Griff. Und Spaß. Fotos: Kurth-Schumacher / Privat

Sudwalde – „Unsere Jugendlichen haben alles im Griff – toll, was sie hier auf die Beine stellen“, stellten die Zaungäste fest, die sich Samstagmittag am Treffpunkt der Erntewagen auf der Wiese am Dorfgemeinschaftshaus eingefunden hatten.

Das Lob galt den 33 „Sudwohler Deerns und Jungs“ im Alter zwischen 16 und 25 Jahren, die auch in diesem Jahr mit Unterstützung des Heimatvereins Sudwalde und Familie Wermke von der Gaststätte Friedrich Verantwortung für die Traditionsveranstaltung übernommen hatten.

Die „Deerns und Jungs“ starteten mit einem mit Erntegaben und frischem Grün dekorierten Gespann. „Wir haben den ‚Rave-Train‘, mit dem wir letzte Woche beim Erntefest in Affinghausen unterwegs gewesen sind, noch einmal umgeschmückt“, sagte Kevin Kohröde. Über die gute Resonanz auf den Aufruf der Dorfjugend, sich am Umzug zu beteiligen, war er selbst überrascht.

Insgesamt elf Wagen mit jeweils starken Besatzungen sammelten sich am Treffpunkt.

Die „Hachetaler Zugvögel“, Fanclub des SC Paderborn 07, waren ebenso dabei wie der Ernteclub Sudbruch, die Dorfjugend Affinghausen, die Clique „Buff-Boys“ (Mean Machine), die „Nobers“ der Ringstraße und die Anlieger des Wiesengrunds.

Auch eine Abordnung aus dem Ahornweg aus Affinghausen gesellte sich zu den Teilnehmern. Der Schützenverein Bensen-Eitzen hatte sein Gefährt ganz im Zeichen des 950-jährigen Bestehens der Ortschaft geschmückt. Erstmals war die Dorfjugend aus Albringhausen-Schorlingborstel dabei. „Die Sudwalder sind immer bei uns; heute machen wir einen Gegenbesuch“, sagte Marcel Köhler und schwor die 13-köpfige Mannschaft auf die Losung ein: „Wir wollen zeigen, dass wir feiern können.“ Ihnen winkte als Dank für die Teilnahme ein „Meter Bier“.

Das galt auch für Markus Kauling, der mit einem Oldtimer-Hanomag die Erntekrone samt Eskorte kutschierte. Und für die „Helden der Landwirtschaft“: Sie tuckerten mit ihrem „Schweinewagen“ als letzte am Dorfgemeinschaftshaus ein.

Erster Station des Erntewagenumzugs war die Residenz der Erntemajestäten Madleen Lesemann und Marvin Heppner in der Ringstraße. Das Erntekönigspaar trug hier den ersten Teil ihres Erntegedichts vor.

Ein „Running Gag“: Traditionsgemäß präsentierten die Regenten der Erntegesellschaft zunächst einen geschmückten Reisigbesen, den sie dann gegen eine prächtige, „von Mädchenhänden schön gebundenen“ Krone austauschten.

In der Gaststätte Friedrich folgten die Ehrentänze und eine Ansprache von Bürgermeister Rainer Klusmann sowie ein Auftritt der DRK-Tanzgruppe um Birgit Hoffmann.

Die Erntesymbole wechselten im Rahmen von Auktionen ihre Besitzer: Als Meistbietende sicherten sich Marcel Kemker und Lukas Meyer die Krone, Birgit Heppner erstand den „amerikanisch“ versteigerten Besen.  mks

 

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/wir-wollen-zeigen-dass-feiern-koennen-13034639.html 

Projekt Tepestraße als „Finale“

Eine neue Pflasterung und eine bessere Oberflächenentwässerung soll die Tepestraße bekommen – die Ratsmitglieder beschlossen mehrheitlich, das Projekt im Rahmen der Dorferneuerung in Sudwalde weiterzuverfolgen. Foto: Behling

Sudwalde – Die Dorferneuerung in Sudwalde läuft am 31. Dezember 2020 aus – als „die letzte größere für uns vorstellbare öffentliche Maßnahme“ aus dem Ideenkatalog bezeichnete Bürgermeister Rainer Klusmann in der Sitzung des Gemeinderates am Mittwochabend im Gasthaus Stühring die Umgestaltung der Tepestraße. Eine neue Pflasterung und eine bessere Oberflächenentwässerung für die rund 195 Meter lange Verbindung zwischen Mallinghäuser Straße und Affinghäuser Straße: Vor über zehn Jahren bezifferte eine Kostenschätzung das Projekt auf 120 000 Euro, „nun sind es sage und schreibe 220 000 Euro geworden“, bezog sich Klusmann auf Zahlen, die Ende März die Planungsgemeinschaft Sudau GmbH lieferte.

„Auch als Nicht-Sudwalder würde ich sagen, dass dies eigentlich von vorneherein das wichtigste Vorhaben der ganzen Dorferneuerung war, wir sprechen sozusagen über ,Sudwalde Downtown‘, und jeder kennt den Zustand der Straße“, erklärte Gemeindedirektor Helmut Denker.

Er habe Bauchschmerzen mit dem Vorhaben, sagte Ratsherr Reinhard Müller. Die Bäckerei und den Gemischtwarenladen, für die man eine besondere Aufenthaltsqualität habe schaffen wollen, gebe es in der Form heute nicht mehr. Ferner habe er Fehler in der Kostenschätzung ausgemacht, der Schmutzwasserkanal, der in der Mitte liegt, sei darin überhaupt nicht betrachtet und die unzureichende Oberflächenentwässerung nicht gelöst worden. Helmut Denker merkte an, dass man sich vielleicht „anderweitig orientieren sollte“, was die weitere Planung angeht – konkret schlug er vor, hier auf den Wegezweckverband Syke zurückzugreifen. Reinhard Müller konstatierte eine „sehr heißlaufende Konjunktur“ im Baubereich, mit entsprechenden Preisen. Er plädierte dafür, die Straßensanierung zu verschieben, auch, „wenn der Drops Dorferneuerung dann gelutscht sein wird.“ Heinrich Wilkens zeigte sich davon überzeugt, dass die Pflasterung billiger zu haben sei, als in der Kostenschätzung veranschlagt.

Nach längerer Diskussion beschlossen die Ratsmitglieder – bei einer Gegenstimme von Reinhard Müller und einer Enthaltung von Philip Friedrichs – den Wegezweckverband Syke mit einer neuen Kostenermittlung und Planung zu beauftragen und einen Förderantrag für das Projekt im Rahmen der Dorferneuerung zu stellen.

Geringfügiges Plus im Nachtragshaushalt

Einstimmig beschlossen die Mitglieder des Gemeinderates Sudwalde den Nachtragshaushalt 2019, zu dem Helmut Denker wesentliche Zahlen nannte. „Bei einem Gesamtvolumen von 841 400 Euro verbessert sich das Jahresergebnis um sage und schreibe 5 700 Euro auf nunmehr 14 800 Euro.“ Die Hauptveränderung ergebe sich bei den Gewerbesteuereinnahmen: Die schlagen nun mit 124 800 Euro zu Buche – 25 800 Euro mehr, als ursprünglich veranschlagt. „Zum Liquiditätsbestand, also dem, was ,cash‘ in der Kasse ist: Das werden zum Jahresende voraussichtlich rund 473 000 Euro sein.“

Brücke über Sudwalder Beeke ist „komplett“

Die Brücke im Zuge der Wiefhäuser Straße über die Sudwalder Beeke ist seit Anfang der Woche wieder „komplett“: Das Bauhofteam montierte die Geländer. Die „glänzen wieder hell“, konstatierte Bürgermeister Rainer Klusmann. Sein Dank galt Maik Ziegler, der die Geländer kostenlos zum Sandstrahlen und Schweißen zu einer Firma nach Harpstedt transportiert und sie – nach dem Verzinken in einem anderen Betrieb – auch wieder abgeholt hatte. Sie sind jetzt nicht mehr in der Brücke (eigentlich ein Rohrdurchlass, merkte Ratsherr Reinhard Müller an) verankert, sondern außen angebracht. Das schafft mehr Platz, auch ist das Bauwerk bei der Neubetonierung, die Anfang des Jahres abgeschlossen worden war, etwas in die Breite gewachsen – und damit kein „Nadelöhr“ mehr für landwirtschaftliche Maschinen, so Rainer Klusmann. Reifenspuren und Fußabdrücke sind im Beton verewigt, dazu habe er Kritik aus der Bevölkerung gehört. „Es ist keine Durchgangsstraße und ich glaube, die Anlieger sind damit komplett zufrieden.“

Bürgermeister dankt Ehrenamtlichen

Bürgermeister Klusmann nutzte die Sitzung, um Dank für ehrenamtliches Engagement auszudrücken – zum einen den Organisatoren und Helfern, die Bensens 950-Jahr-Feier zu einer „großen Party“ gemacht hätten. Dank galt auch Edgar Harnack, der 18 Jahre lang das Heuerlingshaus und die dort logierenden Gäste betreut hatte. Familie Wirth habe sich bereit erklärt, künftig die Schlüssel in ihrem gleichnamigen Autohaus zu verwahren und den Gästen auszuhändigen. Klusmann dankte auch Wilhelm Behrmann, der 14 Jahre als Getränkewart im Dorfgemeinschaftshaus gewirkt hatte. Für ihn sei noch kein Nachfolger gefunden.

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/projekt-tepestrasse-finale-13021605.html  

„Klein, aber lebensfähig“

Ein besonderer Einblick in Landwirtschaft einst.

Bensen – 141 Einwohner zählte die Ortschaft im Jahr 1755, für 1950 wurden immerhin 322 notiert und aktuell sind es wieder um die 120. der heutige Ortsteil der Gemeinde Sudwalde feiert am Samstag, 31. August, sein 950-jähriges Bestehen. Und wer immer wissen wollte, wo genau eigentlich Bensen liegt, der macht sich am Samstag zu 13 Uhr auf in die Idylle an der Hache.

Die Dorfgemeinschaft feiert das stattliche Jubiläum als eine der ältesten Gemeinden im Landkreis Diepholz nicht mit der Erinnerung an große Ereignisse, die die Welt bestimmen.

Keine großen Ereignisse

„Über ein so kleines Dorf wie Bensen berichten die Akten natürlich sehr wenig. Große geschichtliche Ereignisse haben sich hier sowieso nicht abgespielt, und man ist froh, wenn man auch bei gezielter Durchsicht der Akten wenigstens gelegentlich einmal den Namen Bensen findet.“ Das hat Kreisarchivar Dr. Hans Gerke vor 50 Jahren anlässlich der 900-Jahr-Feier lapidar festgestellt.

In einer Akte allerdings war notiert vom Plaggenhieb in den Wäldern, der sich ein Jahrhundert hingezogen habe. „Aber wen interessiert das heute noch?“, fragte Gerke.

Bensens Haus-Historiker Heinrich Meyer listet 36 Häuser auf, einzeln gelegene Höfe, ein gewachsenes Dorfbild, das sich bis heute erhalten habe. Manche Straßen und Wege verlaufen unter einem dichten Dach an Baumkronen, man spricht von der „Benser Schweiz“. Die Landwirtschaft prägt das Bild, obwohl: Von den einst 37 Betrieben (1939) sind heute nur noch vier aktiv. Die Ländereien seien verpachtet. Die Idylle haben andere für sich entdeckt: Ehemalige Heuerlingshäuser seien heute zum Teil als Wochenend-Domizil vermietet, sagt Heinrich Meyer.

Wer hier wohnt, der pendelt zur Arbeit, denn vor Ort befindet sich nur, das aber seit über 100 Jahren, eine Sägerei mit Zimmerei und Tischlerei sowie seit über 30 Jahren eine Fachwerkstatt für Zeitmesstechnik.

Dessen Betreiber Eckhard Alfken hat für das Jubiläum am Samstag eine Bilderschau zusammengestellt. Er hat alte Fotos gesammelt (das älteste aus dem Jahr 1917), eingescannt, wieder zurück an die Besitzer gegeben: So finden sich aus allerlei Fotoerinnerungen viele Ereignisse und Dorffeste wieder.

Mehrere Hundert Bilder hat Alfken gesichtet und daraus eine gut einstündige Bilderschau „Gut 100 Jahre in 112 Minuten“ erstellt, die den Betrachtern erlaubt, in die Dorfgeschichte einzutauchen. Gezeigt wird sie im Schützenhaus.

„Bensen ist zwar klein, aber es hat sich als lebensfähig erwiesen. Wenn es den Bensenern gelingt, auch die junge Generation mit der Liebe zur Heimat und zur Landwirtschaft zu erfüllen, dann wird Bensen, auch wenn es einer größeren politischen Einheit angeschlossen werden sollte, ein kleines und stilles, aber ein lebendiges und blühendes Dorf bleiben: diese Vision von Kreisarchivar Gerke aus dem November 1969 haben sich die Bensener zu Herzen genommen.

Dreh- und Angelpunkt ist der Schützenverein, der mehr Mitglieder zählt, als Bensen Einwohner hat, sportlich aktiv ist und eine intensive Jugendarbeit betreibt.

Der Begriff Dorfgemeinschaft trifft auf die Bensener punktgenau zu: Gemeinschaftsaktionen sind es ständig, die das Ortsbild verschönern helfen. Etwa der Landschaftsgarten, Anpflanzungen an Straßen und Wegen, Obstbäume ersetzen Pappeln. Die gemeinschaftlichen Grünpflegearbeiten mündeten 1990 erstmals im gemeinsamen „Benser Ausflug“, der seitdem jährlich stattfindet.

Wer wissen möchte, wie eine lebendige Dorfgemeinschaft im Jahr 2019 funktionieren kann, feiert am Samstag mit. Das offizielle Programm mit Festrednern im Festzelt auf dem Schützenplatz solle etwa eine Stunde dauern.

Der Stein, der an das Jubiläum erinnert, wird nicht nach dem Festakt besucht: Wenn alle im Festzelt sind, will man sie daraus nicht vertreiben. Die Jagdhornbläser spielen, eine Blaskapelle. Für Kinderanimation ist gesorgt, für rollstuhlgerechte WC-Kabinen, für Speis und Trank.

Der Partyauftakt am Samstag erfolgt um 18 Uhr: Mit Freibier und alkoholfreien Getränken und der Frage – wieviel Liter davon passen in 950 Sekunden durch die Kehlen der Gäste?   sis

Festprogramm 

10 Uhr Kranzniederlegung am Denkmal 

ab 12 Uhr Anreise, Begrüßungen der Gäste, Bratwurstbude geöffnet 13 Uhr 

Offizieller Festakt im Festzelt mit Begrüßung durch die Jagdhornbläser, Gastredner: Landrat Cord Bockhop, Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker, Bürgermeister Rainer Klusmann, Pastor Wiardus Straatmann 

Kaffee, Kuchen mit Klönschnack, Ständchen der Jagdhornbläser sowie einer Blaskapelle 

Kinderanimation und große Hüpfburg 

Im Schützenhaus: Fotofilm zum Ort und den Menschen aus Bensen Gastronomie durch Festwirt Lars Lässig 

18 Uhr Partyauftakt mit 950-Sekunden-Freibier und alkoholfreien Getränken, Musik mit DJ Jan-Philipp Wilken

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/klein-aber-lebensfaehig-12951867.html 

Sudwalder Bücherzelle ist bestückt und steht allen Lesefans offen

Die Patenschaft für die Bücherzelle hat Ruth Schrader übernommen, hier mit Birgit Brandt, Bernd Stubbemann, Wilfried Tecklenburg, Jutta Knobling, Werner Eickhoff und Heinrich Meyer vom Vorstand des Heimatvereins Sudwalde (von links). Foto: Bartels

Sudwalde – „Anlässlich einer Planwagenfahrt entlang der Sudwalder Radweges, zu der der Heimatverein den Gemeinderat und die Lehrer und Erzieher von Grundschule und Kindergarten in Sudwalde eingeladen hatte, wurden am Wochenende die offene Bücherzelle und der Pavillon mit Sitzgelegenheit eingeweiht“, teilt Birgit Brandt für den Heimatverein Sudwalde mit. „Somit ist der Radler-Rastplatz beim Fritz-Tepe-Platz mit E-Bike-Ladestation und Lufttankstelle endlich komplett.“

Den Pavillon hatten 2018 Mitarbeitern der Firma Holzbau Kohröde aufgestellt, die ehemalige Telefonzelle als offener Bücherschrank bekam Anfang dieses Jahres ihren Platz: „Es musste aber bis Ende April gewartet werden, um bei wärmeren Temperaturen die Außenseiten bekleben zu können“, berichtet Birgit Brand. „Wie sehnsüchtig die Zelle erwartet wurde, zeigte sich, als schon einen Tag nach der Außenverschönerung durch die Firma ,FF promo‘ aus Sudwalde die ersten Bücher in den Regalen standen.“ Vor Kurzem sei die Bücherzelle von Ruth Schrader komplett bestückt worden. „Sie übernimmt die ehrenamtliche Patenschaft, sieht regelmäßig nach dem Rechten und sortiert Krimis, Romane, Sachliteratur und Kinderbücher passend ein. Kinderbücher sind noch wenig vorhanden, es wäre schön, wenn das Angebot für junge Leser noch erweitert wird.“ Das Prinzip der Bücherzelle sei denkbar einfach: „Jeder kann sich jederzeit ein Buch leihen oder es behalten, aber auch gerne für Nachschub an Schmökern sorgen. Der Dank des Heimatvereins gilt Volksbank und der Sparkasse für die finanzielle Unterstützung und allen, die im Vorfeld halfen.“

Sparkasse in Sudwalde besteht 125 Jahre

Das Team der Sparkasse in Sudwalde bilden heute Wolfgang Voß und Imke Aufderheide. Fotos: Kreissparkasse Grafschaft Diepholz

Sudwalde – Sudwalde gehört zu den Orten mit den ältesten Geschäftsstellen der Kreissparkasse Grafschaft Diepholz: Seit 125 Jahren ist das Kreditinstitut hier präsent.

Stefanie Kramer, Mitarbeiterin Marketing/Öffentlichkeitsarbeit der Kreissparkasse, hat die Geschichte in den Archiven recherchiert: Am 16. Juni 1893 empfahl Landrat Oberländer der Kreissparkasse, Annahmestellen in Kirchdorf, Ströhen und Sudwalde zu errichten, wozu sich die Sparkasse Anfang 1894 bereit erklärte.

„Am 15. Mai 1894 war es dann soweit und die Aufzeichnungen über den Kassenverkehr der Annahmestellen nahmen ihren Anfang. In Sudwalde hatte man bis 1893 eher mit einer genossenschaftlichen Spar- und Darlehenskasse geliebäugelt, wo dieses Projekt aber zu scheitern drohte, setzte sich Pastor Hanstein für die Sparkasse ein“, berichtet Stefanie Kramer.

„Hinzu kam das Problem, dass Sudwalde zum Amtsgericht Bruchhausen gehörte. Durch die grundsätzlich eher negative Stimmung lässt sich vielleicht erklären, dass aufgrund der geringen Frequenz dem ersten Verwalter 1906 die Stellung gekündigt wurde.“

Landwirt Cordes junior habe dann die Annahmestelle übernommen, die später von Kaufmann Tepe verwaltet wurde: „1921 kündigte dieser und die Sparkasse übertrug Färbermeister H. Kohröde die Annahmestelle.“

Die zunehmende Geschäftstätigkeit habe dazu geführt, dass auch Sudwalde 1924 zu einer hauptamtlichen Niederlassung mit eigener Kontoführung wurde. „Bis 1949 war Erich Piesker Zweigstellenleiter in Sudwalde, der 1935 Friedrich Stoffers abgelöst hatte. In den Fünfziger- und Sechzigerjahren leitete Heinrich Meier die Zweigstelle, auf ihn folgte Heinz Logemann.“

Nachdem die Räume bei Kaufmann Tepe zu klein wurden, erwarb die Sparkasse das Kühlingsche Haus. „1953 riss man es komplett ab und im Januar 1954 ging es in den neuen Räumen an der Mallinghäuser Straße weiter, in denen die Sparkasse bis heute ansässig ist.“

Stefanie Kramer hat eine alte Postkarte gefunden, die das Gebäude vor den Umbauten im ursprünglichen Zustand zeigt: „Sie ist undatiert, auf der Rückseite ist folgender Text zu lesen: ,Man wird nicht reich von dem, was man verdient, sondern von dem, was man nicht ausgibt‘.“ Von 1979 bis 2013 stand die Sparkasse Sudwalde unter der Leitung von Dieter Reddig, der vom heutigen Geschäftsstellenleiter Wolfgang Voß abgelöst wurde.

Gefeiert wird das Jubiläum am kommenden Freitag, 24. Mai: „In und an der Geschäftsstelle gibt es ein Buzzer-Gewinnspiel, leckere Spezialitäten vom Coffee-Bike, Kuchen und für die Kinder natürlich ein Glücksrad“, kündigt Stefanie Kramer an.

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/sparkasse-sudwalde-besteht-jahre-12304719.html 

 

Mehr Tragekomfort

Die Majestäten des Schützenvereins Sudwalde-Menninghausen mit „Hofstaat“, Präsident Wolfgang Stubbe (links) und Fahnenträger Sven Bierfischer mit der neuen „Ausgehfahne“. Foto: Kurth-Schumacher

Sudwalde – Der Schützenverein Sudwalde-Menninghausen präsentierte den Gästen des Schützenfestes am Wochenende eine lückenlose Reihe an Regenten: König Philip Friedrichs, der das Schützenreich gewissermaßen in letzter Minute vor der Republik bewahrt hatte, und seine Königin Charlene Schmidt sowie Kinderkönigin Lisann Holldorb und Jugendkönig Kasimir Stubbe (Begleiterin: Andrea Habichthorst) waren würdige, gut gelaunte Vertreter der Schützenmonarchie.

Am Samstag holten Abordnungen des Vereins die Würdenträger zum Festplatz. Im Mittelpunkt standen Philip Friedrichs – er hatte sich in der von Präsident Wolfgang Stubbe angeordneten „Verlängerung“ des Königsschießens den Titel gesichert – und seine Königin Charlene Schmidt. Zum Hofstaat der gekrönten Häupter gehörten Fahnenträger Sven Bierfischer (Begleitung: Mareike Herrmann) und Scheibenträger Dennis Wermke (Begleitung: Frauke Früchtenicht).

Die zwei Kilometer vom Festplatz entfernte Residenz Friedrichs an der Heidhofstraße war Ziel des Ausmarsches am Sonntag, der vom Spielmannszug Affinghausen musikalisch begleitet wurde. Die Bensen-Eitzener Schützen verstärkten den Zug: Der Regent ist auch Mitglied ihres Vereins. Am Nachmittag erwies eine Abordnung des Schützenvereins Anstedt ihrem Vereinskollegen Philip Friedrichs die Ehre.

Stolz ist die Führungsriege des Schützenvereins Sudwalde-Menninghausen auf die hohe Motivation des Nachwuchses: Kinderkönigin Lisann Holldorb hatte Anna Henneke und Josephin Stubbe (Begleiter Till Brümmer) in die Ämter der Fahnen- und Scheibenträgerin verwiesen. Das Reich der Jugend regiert Kasimir Stubbe (Begleiterin Andrea Habichthorst): Als Zielsicherster der fünf Anwärter setzte er sich im Stechen gegen Isabelle Mayerhofer (Begleiter Nils Maruschewski) durch.

Vor dem Festball am Samstag mit „DJ Stefan“ stellte Wolfgang Stubbe die neue „Ausgehfahne“ vor: Der Verein hatte für die marode gewordene Standarte aus dem Jahr 1951 bei der Hamburger Firma „FahnenFleck“ ein Duplikat in Auftrag gegeben. Eine gute Nachricht für künftige Fahnenträger: Die „Neue“ ist deutlich leichter als das Original. Mitglieder des Erntevereins, der Feuerwehr und der benachbarten Schützenvereine Mallinghausen, Wesenstedt-Harmhausen und Affinghausen nahmen an der feierlichen Präsentation teil.

Das Schützenfest stand unter einem guten Stern: Die Schützen und Festwirt Hubertus Artmann (Visbek-Hogenbögen) freuten sich über viele Gäste – auch aus den Reihen des Schützenvereins Brockum, der „seine“ Königin Charlene Schmidt begleitete. Schon beim Gottesdienst am Donnerstag war das Zelt gut gefüllt: Mehr als 100 Besucher verfolgten die letzte Predigt in diesem Rahmen von Pastorin Cornelia Harms, bei der sich Wolfgang Stubbe mit einem Blumenstrauß bedankte.  mks

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/mehr-tragekomfort-12524556.html 

Mitglieder der Ortsfeuerwehr Sudwalde wählen neuen Ortsbrandmeister

© Ortsfeuerwehr Sudwalde

Gewählte, Beförderte und Geehrte mit Gästen der Versammlung: Dennis Wermke, stellvertretender Gemeindebrandmeister Cord Schünemann, Malte Müller, André Lammertz, der neue Ortsbrandmeister Dennie Kemker, Sebastian Eickhoff, der aus dem Amt verabschiedete Ortsbrandmeister Bernd Kohröde, Mathis Kohröde, Ronald Hoffmann, Jonah Kohröde, Kreisbrandmeister Michael Wessels und Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker (von links). 

Sudwalde - Neun Brandeinsätze, acht Hilfeleistungen: Diese Bilanz der „Ernstfälle“, zu denen die Mitglieder der Ortsfeuerwehr Sudwalde 2018 ausrückten, zog Bernd Kohröde eingangs der Jahreshauptversammlung, zu der er Mitglieder und Gäste im Gasthaus Stühring begrüßte. In seinem letzten Jahresbericht als Ortsbrandmeister - bei den Wahlen stellte er sich nicht erneut für das Amt zur Verfügung –  blickte er auch auf ein ganz besonderes Highlight zurück, das Kreisjugendfeuerwehrzeltlager in Sudwalde.

Anspruch des Orga-Teams, bestehend aus Ronald Hoffmann, Thomas Heitmann und Bernd Kohröde, sei es gewesen, ein reibungslos ablaufendes Zeltlager vorzubereiten - stolz und zufrieden stellte Kohröde fest, dass dies, mit Unterstützung der vielen Helferinnen und Helfer, gelungen sei. Dank ihres unermüdlichen Einsatzes und der guten Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz habe ein Abbruch des Zeltlagers aufgrund einiger Fälle von Brechdurchfall vermieden werden und die Ansteckungsgefahr gebannt werden können. Die Jugendlichen und die Erwachsenen hätten am Zeltlager großen Spaß gehabt, stellte Jugendwart Ronald Hoffmann fest, der in seinem Bericht näher auf das Großereignis einging.

Stellvertretender Ortsbrandmeister Dennie Kemker beleuchtete das Aus- und Fortbildungsgeschehen sowie die Übungen - unter anderem hatte die Sudwalder Ortsfeuerwehr im November eine Zugübung mit dem Kernthema „Wasserversorgung über eine lange Strecke“ ausgerichtet. Von zwei leichten Sportunfällen in den Reihen der Jugendfeuerwehr und einem Unfall eines Kameraden beim Moorbrandeinsatz in Meppen berichtete Sicherheitsbeauftragter Deniis Wermke, Fahrzeug- und Gerätewart Jens Kohröde meldete, dass sich beide Fahrzeuge und die Ausrüstung aktuell in sehr gutem Zustand befänden. Laut Atemschutzwart Malte Müller sind derzeit 14 von 17 Atemschutzgeräteträgern der Ortsfeuerwehr einsatzbereit, das Abschneiden der Sudwalder bei Wettbewerben bilanzierte Tobias Schweers. Meike Kleine gab bekannt, dass Mathis Kohröde, Tim Kohröde und Malte Müller 2018 die beste Dienstbeteiligung aufwiesen.

Als Nachfolger von Bernd Kohröde im Amt des Ortsbrandmeisters wurde dessen bisheriger Stellvertreter Dennie Kemker vorgeschlagen und von der Versammlung in geheimer Abstimmung einstimmig gewählt. Ebenfalls in geheimer Wahl wurde, bei einer Gegenstimme, Ronald Hoffmann als neuer stellvertretender Ortsbrandmeister bestimmt. Bis zur Wahl eines neuen Jugendwartes im November nimmt er beide Funktionen wahr. Die Mitglieder bestätigten Atemschutzgerätewart Malte Müller im Amt, ebenso Mathis und Jonah Kohröde, die von der Jugendfeuerwehr als stellvertretende Jugendwarte gewählt worden waren. Als Delegierte für den Gemeindeverbandsausschuss wurden Dennie Kemker, Ronald Hoffmann und Dennis Wermke gewählt. Auf den turnusgemäß als Kassenprüfer ausgeschiedenen Herbert Heuermann folgt Hendrik Schmidt.

Als Vorschlag für eine neue Freizeitbeschäftigung bekam Bernd Kohröde eine Angel, mit der er sich einige - teilweise nicht ganz ernst gemeinte - Präsente bei den Kommandomitgliedern „erangeln“ durfte. 

© Ortsfeuerwehr Sudwalde

Bernd Kohröde beförderte Mathis Kohröde zum Oberfeuerwehrmann, Kreisbrandmeister Michael Wessels zeichnete Sebastian Eickhoff und André Lammertz für 25-jährige Mitgliedschaft in der Feuerwehr aus. Wessels hatte außerdem ein ganz besondere Auszeichnung „im Gepäck“: Bernd Kohröde bekam, in Würdigung seiner herausragenden Verdienste in der Feuerwehr, die Ehrennadel in Bronze des Landesfeuerwehrverbandes. Seit 1990 ist Kohröde Mitglied der Ortsfeuerwehr Sudwalde, deren Ortsbrandmeister er seit 2007 war. Er ging auf einige Highlights seiner Amtszeit ein, darunter die Ausrichtung des Kreisjugendfeuerwehrzeltlagers in den Jahren 2005 und 2018. Als Vorschlag für eine neue Freizeitbeschäftigung bekam er eine Angel, mit der er sich einige - teilweise nicht ganz ernst gemeinte - Präsente bei den Kommandomitgliedern „erangeln“ durfte. Bernd Kohröde bedankte sich bei allen Kameradinnen und Kameraden für die gute Zusammenarbeit, wünschte seinem Nachfolger alles Gute und wurde von der Versammlung mit Applaus aus dem Amt verabschiedet.

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/mitglieder-ortsfeuerwehr-sudwalde-waehlen-neuen-ortsbrandmeister-11290965.html

 

Posten neu besetzt

© Schützenverein Sudwalde-Menninghausen

Funktionsträger nach den Wahlen: Wolfgang Stubbe, Isabelle Mayerhofer, Henning Twietmeyer, Anke Kolzer-Wach, Markus Delekat, Ralf Grafe, Kevin Kohröde, Jörg Kohröde, Ralf Knake und Sven Bierfischer (von links).

Sudwalde – Die Mitglieder des Schützenvereins Sudwalde-Menninghausen besetzten bei den Wahlen im Rahmen der Generalversammlung am Samstagabend im Dorfgemeinschaftshaus einige Posten neu. Auf eigenen Wunsch schieden Schatzmeister Andreas Meyer, stellvertretender Schatzmeister Kay Krüger, Damenreferentin Dörte Lübkemann, Schießsportleiterin Silke Wilkens und Mareike Herrmann als zweiter Ausschank aus ihren Ämtern aus.

Zum neuen Schatzmeister wählte die Versammlung Markus Delekat, als seinen Stellvertreter Ralf Grafe. Neuer Schießsportleiter ist Philip Friedrichs, zudem wurde Kevin Kohröde als weiterer stellvertretender Schießsportleiter bestimmt. Zweiter Ausschank ist jetzt Annika Wach – erstmals wählte die Versammlung einen dritten Ausschank, diese Funktion übernimmt Madleen Lesemann. Da niemand als Damenreferentin kandidierte, entschied die Versammlung, dieses Amt abzuschaffen und dafür entsprechende Beisitzer zu bestellen: Mareike Herrmann, die ehemalige stellvertretende Damenreferentin Anke Kolzer-Wach und Isabelle Mayerhofer.

In ihren Ämtern bestätigt wurden: als Präsident und stellvertretender Schießsportleiter Wolfgang Stubbe, zweiter Vorsitzender Sven Bierfischer, Schriftführer Henning Twietmeyer, Hauptmann Ralf Knake, sein Stellvertreter Markus Delekat, stellvertretender Schießsportleiter Henning Twietmeyer, Erster Ausschank Nils Maruschewski Schriftführer Jörg Kohröde.

Für langjährige Vereinstreue zeichnete Wolfgang Stubbe Willi Schumacher, Elfriede Klusmann, Johann Bolte und Helmut Harms aus (von links, mit Sven Bierfischer).

© Schützenverein Sudwalde-Menninghausen

Präsident Stubbe überreichte den aus dem Vorstand ausgeschiedenen Mitglieder Präsente als Dankeschön für Engagement.

Zweiter Vorsitzender Sven Bierfischer hatte eingangs der Versammlung die Aktivitäten der Schützen im zurückliegenden Jahr Revue passieren lassen, ging etwa auf die Umbauarbeiten am Schießstand sowie den ersten Sudwalder „Trecker-Treck“ am Himmelfahrtstag ein. Schatzmeister Andreas Meyer dankte im Rahmen des Kassenberichtes der Gemeinde Sudwalde für den Zuschuss zur Jugendarbeit (200 Euro), der Firma „Windwärts“ für Spenden in Höhe von insgesamt 600 Euro sowie der Volksbank für eine Zuwendung aus dem Reinertrag des Gewinnsparens (550 Euro). Unter dem Strich konnte ein positives Jahresergebnis ausgewiesen werden.

Schießsportleiterin Silke Wilkens überreichte die Ehrennadeln an die Vereinsmeister – Kleinkaliber, Jugend: 1. Andrea Habichthorst, 2. Benito Spannuth, 3. Kira Krüger; Damen: 1. Ute Wilkens, 2. Dörte Lübkemann, 3. Renate Bierfischer; Herren: 1. Henning Twietmeyer, 2. Sven Bierfischer, 3. Hermann Twietmeyer; Kleinkaliber 50 Meter, Damen: Frauke Früchtenicht; Schützen: 1. Tim Kohröde, 2. Wolfgang Stubbe, 3. Mathis Kohröde; Kleinkaliber 100 Meter, Damen: Frauke Früchtenicht; Schützen: 1. Mathis Kohröde, 2. Tim Kohröde, 3. Wolfgang Stubbe; Kleinkaliber 30 Schuss freie Auflage, Damen: Daniela Twietmeyer; Schützen: 1. Henning Twietmeyer, 2. Tim Kohröde, 3. Sven Bierfischer; Luftgewehr, Damen: Frauke Früchtenicht; Schützen: 1. Mathis Kohröde, 2. Wolfgang Stubbe, 3. Jannis Kohröde; Luftpistole, Schützen: 1. Nils Maruschewski, 2. Daniel Buschmann.

Zum Ehrenmitglied ernannt wurde Elfriede Klusmann, für 50-jährige Treue zum Schützenverein würdigte der Vorstand Johann Bolte und Willi Schumacher, für 25-jährige Mitgliedschaft Helmut Harms. Christian Denker und Stefan Hejna sind zehn Jahre dabei.

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/wechsel-vorstandsteam-11044969.html 

2019 ist Jahr des Jubiläums

© Behling

Heinrich Meyers Leidenschaft ist die Heimatforschung – der 76-Jährige ist Autor der Chronik „Sudwalde Bensen Menninghausen – Die Geschichte unserer Dörfer“.

Bensen - Die Einwohner von Bensen haben mit den Planungen für ein besonderes Jubiläum begonnen: Für Ende August 2019 bereiten sie die 950-Jahr-Feier ihres Dorfes, seit 1974 Ortsteil der Gemeinde Sudwalde, vor.

Heinrich Meyer, passionierter Hobby-Heimatforscher und selbst ein Bensener, unternimmt im Interview einen Streifzug durch die Geschichte, die Fragen stellte Andreas Behling.

Der 11. Juni 1069 wird als Bensens „Geburtstag“ genannt – in welcher Urkunde ist das Dorf erstmals erwähnt worden?

Ausgestellt hat sie der Erzbischof Adalbert von Hamburg und Bremen. Der Inhalt besagt, dass die Kanonissin Gisla dem Erzbischof ihre Güter zu Alt-Bücken und Staffhorst geschenkt hat. Im Gegenzug bekam sie von ihm auf Lebzeit den Zehnten, also die Kirchensteuer, der Dörfer Rittrum – und „Benninhusen“.

Welche Bedeutung hat der Ortsname?

Benninhusen, woraus später Bensen wurde, kommt wahrscheinlich von Benedikt. Bensen hatte schon sehr früh eine enge Beziehung zu den Benediktinern in Bremen.

Gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, wann hier die erste Siedlung entstand?

Es gab ja in Bensen einige Hügelgräber, 1841 erfolgten hier Ausgrabungen. Die Funde, vor allem Urnen, sind an das spätere Landesmuseum in Hannover gegangen – und dann im Zuge eines Neubaus verschwunden. Aus welcher Periode sie genau stammten, ist schwer zu sagen.

Hat Bensen im Laufe seiner Geschichte berühmte Persönlichkeiten hervorgebracht?

So spontan... (lacht), außer mir keine.

Was würden sie als herausragendstes Ereignis in der Historie des Ortes nennen?

Wohl die sogenannte „Bauernbefreiung“. Die Bauern mussten ja ihren Grundherren auf deren Höfen dienen. Durch die Gesetze, die im damaligen Königreich Hannover 1834 erlassen wurden, konnten sie sich relativ günstig freikaufen.

Wie hat sich Bensen in den zurückliegenden Jahrhunderten verändert?

Bensen war immer ausschließlich landwirtschaftlich geprägt. Ursprünglich gab es die Meierhöfe, dann die Kötner- und Brinksitzerhöfe, deren Gründung bis zum Dreißigjährigen Krieg abgeschlossen war. Danach blieb die Aufteilung konstant bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts, als sich die Bauernbefreiung und die Aufteilung des genossenschaftlich organisierten Oberwaldes auswirkten. Um 1860 setzte eine Auswanderungswelle ein – Chicago hat übrigens einen Vorort namens Bensenville, bis vor wenigen Jahren bekannt für den größten Flughafen der Welt. Aus den USA sind Besucher hier gewesen, die die Spuren ihrer Vorfahren bis hierher zurückverfolgt haben. Die wohl größte Einwohnerzahl hatte Bensen nach dem Zweiten Weltkrieg: 1950 waren es 299, zur Hälfte Flüchtlinge und ausgebombte Familien.

Welches ist das älteste noch existierende Gebäude in Bensen?

Entweder die Scheune auf dem Hof Sudhop oder die auf dem Hof Morische, beide wurden Anfang des 17. Jahrhunderts gebaut.

Vor 50 Jahren begingen die Bensener schon einmal ein Jubiläum – wie lief die 900-Jahr-Feier ab?

Der 1908 gegründete Schützenverein Bensen-Eitzen, der wesentlich das Dorfleben trägt, richtet seit den Fünfzigern jährlich ein Rehbock-Essen aus, für das die Jagdpächter das Fleisch stiften. Damals noch in der Gastwirtschaft Brümmer-Früchtenicht, die 1984 geschlossen wurde, hat man das Rehbock-Essen mit der Jubiläumsfeier verbunden. Aus den ehemaligen Stallungen der Gastwirtschaft entstand 1996 das Schützenhaus.

Was zeichnet für Sie das Leben in Bensen aus?

Es gibt hier eine gute Gemeinschaft, man hilft sich. Wir alleine, mit unseren gut 100 Einwohnern, könnten nicht viel aufstellen – aber es war immer so, dass wir viel Zuspruch von den Nachbardörfern haben, aus denen die Leute gerne nach Bensen kommen. Woanders spricht man vom Sterben der Dörfer, aber aktuell ist es so, dass wir auch sehr viele jüngere Einwohner haben.

 

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/heimatforscher-heinrich-meyer-interview-ueber-dorfgeschichte-bensens-10901102.html