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„Klein, aber lebensfähig“

Ein besonderer Einblick in Landwirtschaft einst.

Bensen – 141 Einwohner zählte die Ortschaft im Jahr 1755, für 1950 wurden immerhin 322 notiert und aktuell sind es wieder um die 120. der heutige Ortsteil der Gemeinde Sudwalde feiert am Samstag, 31. August, sein 950-jähriges Bestehen. Und wer immer wissen wollte, wo genau eigentlich Bensen liegt, der macht sich am Samstag zu 13 Uhr auf in die Idylle an der Hache.

Die Dorfgemeinschaft feiert das stattliche Jubiläum als eine der ältesten Gemeinden im Landkreis Diepholz nicht mit der Erinnerung an große Ereignisse, die die Welt bestimmen.

Keine großen Ereignisse

„Über ein so kleines Dorf wie Bensen berichten die Akten natürlich sehr wenig. Große geschichtliche Ereignisse haben sich hier sowieso nicht abgespielt, und man ist froh, wenn man auch bei gezielter Durchsicht der Akten wenigstens gelegentlich einmal den Namen Bensen findet.“ Das hat Kreisarchivar Dr. Hans Gerke vor 50 Jahren anlässlich der 900-Jahr-Feier lapidar festgestellt.

In einer Akte allerdings war notiert vom Plaggenhieb in den Wäldern, der sich ein Jahrhundert hingezogen habe. „Aber wen interessiert das heute noch?“, fragte Gerke.

Bensens Haus-Historiker Heinrich Meyer listet 36 Häuser auf, einzeln gelegene Höfe, ein gewachsenes Dorfbild, das sich bis heute erhalten habe. Manche Straßen und Wege verlaufen unter einem dichten Dach an Baumkronen, man spricht von der „Benser Schweiz“. Die Landwirtschaft prägt das Bild, obwohl: Von den einst 37 Betrieben (1939) sind heute nur noch vier aktiv. Die Ländereien seien verpachtet. Die Idylle haben andere für sich entdeckt: Ehemalige Heuerlingshäuser seien heute zum Teil als Wochenend-Domizil vermietet, sagt Heinrich Meyer.

Wer hier wohnt, der pendelt zur Arbeit, denn vor Ort befindet sich nur, das aber seit über 100 Jahren, eine Sägerei mit Zimmerei und Tischlerei sowie seit über 30 Jahren eine Fachwerkstatt für Zeitmesstechnik.

Dessen Betreiber Eckhard Alfken hat für das Jubiläum am Samstag eine Bilderschau zusammengestellt. Er hat alte Fotos gesammelt (das älteste aus dem Jahr 1917), eingescannt, wieder zurück an die Besitzer gegeben: So finden sich aus allerlei Fotoerinnerungen viele Ereignisse und Dorffeste wieder.

Mehrere Hundert Bilder hat Alfken gesichtet und daraus eine gut einstündige Bilderschau „Gut 100 Jahre in 112 Minuten“ erstellt, die den Betrachtern erlaubt, in die Dorfgeschichte einzutauchen. Gezeigt wird sie im Schützenhaus.

„Bensen ist zwar klein, aber es hat sich als lebensfähig erwiesen. Wenn es den Bensenern gelingt, auch die junge Generation mit der Liebe zur Heimat und zur Landwirtschaft zu erfüllen, dann wird Bensen, auch wenn es einer größeren politischen Einheit angeschlossen werden sollte, ein kleines und stilles, aber ein lebendiges und blühendes Dorf bleiben: diese Vision von Kreisarchivar Gerke aus dem November 1969 haben sich die Bensener zu Herzen genommen.

Dreh- und Angelpunkt ist der Schützenverein, der mehr Mitglieder zählt, als Bensen Einwohner hat, sportlich aktiv ist und eine intensive Jugendarbeit betreibt.

Der Begriff Dorfgemeinschaft trifft auf die Bensener punktgenau zu: Gemeinschaftsaktionen sind es ständig, die das Ortsbild verschönern helfen. Etwa der Landschaftsgarten, Anpflanzungen an Straßen und Wegen, Obstbäume ersetzen Pappeln. Die gemeinschaftlichen Grünpflegearbeiten mündeten 1990 erstmals im gemeinsamen „Benser Ausflug“, der seitdem jährlich stattfindet.

Wer wissen möchte, wie eine lebendige Dorfgemeinschaft im Jahr 2019 funktionieren kann, feiert am Samstag mit. Das offizielle Programm mit Festrednern im Festzelt auf dem Schützenplatz solle etwa eine Stunde dauern.

Der Stein, der an das Jubiläum erinnert, wird nicht nach dem Festakt besucht: Wenn alle im Festzelt sind, will man sie daraus nicht vertreiben. Die Jagdhornbläser spielen, eine Blaskapelle. Für Kinderanimation ist gesorgt, für rollstuhlgerechte WC-Kabinen, für Speis und Trank.

Der Partyauftakt am Samstag erfolgt um 18 Uhr: Mit Freibier und alkoholfreien Getränken und der Frage – wieviel Liter davon passen in 950 Sekunden durch die Kehlen der Gäste?   sis

Festprogramm 

10 Uhr Kranzniederlegung am Denkmal 

ab 12 Uhr Anreise, Begrüßungen der Gäste, Bratwurstbude geöffnet 13 Uhr 

Offizieller Festakt im Festzelt mit Begrüßung durch die Jagdhornbläser, Gastredner: Landrat Cord Bockhop, Samtgemeindebürgermeister Helmut Denker, Bürgermeister Rainer Klusmann, Pastor Wiardus Straatmann 

Kaffee, Kuchen mit Klönschnack, Ständchen der Jagdhornbläser sowie einer Blaskapelle 

Kinderanimation und große Hüpfburg 

Im Schützenhaus: Fotofilm zum Ort und den Menschen aus Bensen Gastronomie durch Festwirt Lars Lässig 

18 Uhr Partyauftakt mit 950-Sekunden-Freibier und alkoholfreien Getränken, Musik mit DJ Jan-Philipp Wilken

Artikel auf kreiszeitung.de: https://www.kreiszeitung.de/lokales/diepholz/schwafoerden-ort59235/klein-aber-lebensfaehig-12951867.html